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Gemeinsamkeit verbindet - Unterschied regt an.
(Virginia Satir)
Dieser Satz von Virgina Satir kennzeichnet den
Zugang zu unserer Arbeit, in der wir uns auf zwei Themenbereiche konzentrieren:
Konflikt und Kultur. In beiden Themenfeldern geht es explizit oder implizit
um Fragen von Verbindung und Trennung und den Wechsel zwischen diesen beiden
Zuständen.
Konflikte entstehen dadurch, dass entweder ein zuviel an Verbindung oder
ein zuviel an Trennung existiert.
Ein zuviel an Verbindung zwischen den jetzigen Konfliktparteien bewirkt, dass
Unterschiede nicht wahrgenommen werden können, Grenzen nicht eingehalten
werden. Es kommt zu Grenzüberschreitungen, zu Vermischungen und zu Generalisierungen.
Für die Konfliktbearbeitung bedeutet dies, dass Veränderungen notwendig
sind, die ein Mehr an Differenzierung erlauben und ein Aushalten von Unterschieden
ermöglichen.
Ein zuviel an Trennung bedeutet, dass Verbindungen und Gemeinsamkeiten nicht
mehr gesehen werden können. Es haben Verletzungen, Kränkungen stattgefunden,
die zu Ausgrenzungen bis hin zu einem radikalen Ausschluss geführt haben.
Hier sind Veränderungen notwendig, die wieder ein Mehr an Kontakt und Verbindung
zwischen den Beteiligten schaffen.
Das Thema Kultur beschäftigt uns auf unterschiedlichen Ebenen: nationale
und regionale Kulturen, Organisationskulturen sowie professionelle Kulturen
und deren interkulturelle Schnittstellen.
Auch hier versuchen wir sowohl das Verbindende als auch das Trennende zwischen
unterschiedlichen Kulturen im Auge zu behalten. Interkulturelle Schnittstellen
werden als Grenzen verstanden, die die Möglichkeit zur Begegnung schaffen
und nicht als Ab-Grenzung und Aus-Grenzung gesehen werden. Durch den Unterschied
zum Anderen, durch eine stärkere Differenzierung wird das Eigene besser
sichtbar, erfahrbar, hinterfragbar und somit auch gestaltbar.
In beiden Themenfeldern Konflikt und Kultur wird der konstruktive Umgang
mit Unterschieden zu einer Schlüsselkompetenz. Regt der Unterschied, wie
Virgina Satir sagt, an oder auf? Verursachen Unterschiede primär An-Spannung,
führen sie zur Ablehnung und Ausgrenzung? Kann der Unterschied als spannend
angesehen werden, fördert er die Neugierde und die Lust zum Entdecken?
Ein Mehr an Möglichkeiten und Bewegungsfreiheit entsteht, die das (Er-)Finden
neuer Perspektiven unterstützt.