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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
wird auch in Österreich in zunehmendem Masse zu einem kritischen
Erfolgsfaktor der wirtschaftlichen Entwicklung. Dadurch sind immer mehr
Personen in ihrem Berufsleben an kulturellen Schnittstellen tätig.
Das "kulturell Fremde" kommt über Telefon, E-Mail und Videokonferenzen
an den eigenen Arbeitsplatz, die Teilnahme an internationalen Gremien,
die Mitarbeit in multikulturell zusammengesetzten Teams, das Management
internationaler Projekte, die Zusammenarbeit mit ausländischen MitarbeiterInnen
wird alltäglich. Aus diesen Erfahrungen entstehen viele persönliche
Geschichten und Anekdoten, die in den Unternehmen erzählt werden,
strukturierte Diskussionen und Reflexionen finden aber kaum statt. Von
einer öffentlichen Auseinandersetzung, vergleichbar der "Diversity"-Diskussion
in den Vereinigten Staaten, ist Österreich noch weit entfernt. Im
Gegenteil; bei der aktuellen Diskussion der Internationalisierung von
in Österreich ansässigen Unternehmen geht es primär um
Fragen des quantitativen Wachstums durch den Aufbau von Tochterunternehmen,
Joint Ventures, Fusionen, strategische Allianzen, etc. Die Frage nach
einem internen, qualitativen Wachstum, das die Handlungsfähigkeit
der Unternehmen in kulturell unterschiedlichen Kontexten infolge von individuellen
und organisationalen Lernprozessen steigert, wird sowohl in der Öffentlichkeit
als auch in den Unternehmen selbst wenig diskutiert. Unternehmen entwickeln
sich jedoch nur in die Richtung weiter, in die sie sich selbst permanent
Fragen stellen. Fragen definieren den Fokus der Aufmerksamkeit, beeinflussen,
womit sich die Individuen wie auch die Gesamtorganisation beschäftigen. |