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Im April 2003 verabschiedete der Österreichische
Nationalrat das Gesetz zur gerichtsnahen Mediation, durch das erstmals
eine umfassende gesetzliche Grundlage für die Ausübung von Wirtschaftsmediation
in Österreich geschaffen wurde. Erfahrungen aus anderen Ländern,
die bereits seit längerer Zeit über rechtliche Rahmenbedingungen
für Wirtschaftsmediation verfügen (USA, England, Australien),
zeigen, dass es aufgrund dieser Absicherung zu einem starken Anwachsen
der Mediationsnachfrage gekommen ist.
Im Vergleich dazu steht die Wirtschaftsmediation in Österreich noch
in den Startlöchern. Obwohl es in den verschiedenen Branchen, bei
unterschiedlichen Konfliktfällen in und zwischen Unternehmen bereits
einzelne Mediationen gegeben hat, ist gegenwärtig unklar, welchen
Stellenwert Mediation als eine neue Form der nicht-streitigen Konfliktlösung
in der Wirtschaft hat. Können die internationalen Erfahrungen überhaupt
auf die Situation in österreichischen KMU übertragen werden,
oder braucht es neue Ansätze? Wie werden Konflikte mit LieferantInnen,
MitanbieterInnen, KundInnen, aber auch mit MitarbeiterInnen bislang in
den Unternehmen gelöst? Welchen zusätzlichen Nutzen kann aufgrund
dieser Konflikterfahrungen Mediation als ein neues, interessensbasiertes
Verfahren den KMU bringen?.
Um diese Fragen beantworten zu können, gab das Bundesministerium
für Wirtschaft und Arbeit eine Studie in Auftrag, durch die der aktuelle
Stand der Wirtschaftsmediation in Österreich identifiziert wurde.
Dazu machten in einer landesweiten Erhebung im ersten Halbjahr 2004 knapp
1.000 österreichische KMU Angaben über ihre Konflikte und bevorzugten
Konfliktbearbeitungsformen. Die quantitative Umfrage wurde durch einen
qualitativ-empirischen Teil ergänzt, dessen Grundlage Interviews
mit WirtschaftsmediatorInnen sowie anderen relevanten AkteurInnen im Tätigkeitsfeld
Wirtschaftsmediation bilden. Auf den Ergebnissen der empirischen Untersuchung
aufbauend wurden in Diskussionsrunden mit KMU-VertreterInnen und MediatorInnen
Empfehlungen für die künftige Entwicklung von Wirtschaftsmediation
in Österreich ausgearbeitet. Die Studie wurde von der Fakultät
für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) gemeinsam
mit der Konfliktkultur durchgeführt.
Hier können Sie die Ergebnisse der Studie als PDF-Dateien downloaden:
als Kurzfassung
(100 kB) oder den gesamten
Endbericht (3 MB).
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