Streit in Familienunternehmen als größter Wertevernichter
Familienunternehmen sind aufgrund ihrer besonderen Strukturen besonders leistungsfähig, aber auch besonders konfliktanfällig. Konflikte in der Familie (z.B. Scheidungen oder Vater - Sohn/Tochter Konflikte) führen schnell zu Krisen im Unternehmen (z.B. Entscheidungsvakuum, Investitionsstillstand), die „Konfliktansteckung“ funktioniert aber auch in die andere Richtung. "Wenn es im Unternehmen eng wird, wird auch am Mittagstisch mehr gestritten".

"Wir wissen, was uns ein Kaffeeautomat kostet – wir wissen nichts über Konfliktkosten"
Um langfristig erfolgreich zu sein, ist ein aktives Konfliktmanagement in Familienunternehmen erforderlich. Manager von Familienunternehmen wissen zumeist nicht, welche Kosten ihrem Unternehmen durch interne Konflikte sowie Konflikte mit Kunden, Lieferanten, Banken etc. entstehen. Obwohl Controlling-Systeme in den letzten Jahrzehnten immer differenzierter die diversen Kosten im Unternehmen erfassen, die Anschaffung jedes Kaffeeautomaten aufscheint, fehlen jegliche Informationen über Konfliktkosten.

Neue Methoden für Kostenberechnung und Konfliktmanagement
Die aktuelle Pilotstudie, die durch die Volksbank AG sowie regionale Volksbanken mitfinanziert wird, entwickelt neue Methoden, mit denen Konflikt- und Konfliktfolgekosten in Familienunternehmen frühzeitig identifiziert werden können. Neben wirkungsvollen Controlling-Instrumenten werden Tools entwickelt, die Führungskräfte in Familienunternehmen für ein präventives und aktives Konfliktmanagement nutzen können, um so neue Ertragspotentiale erschließen zu können.
Die neuen Methoden werden in Fallstudien in verschiedenen österreichischen Familienunternehmen erprobt. Dadurch werden erstmalig konkrete Kosten für typische Konflikte in Familienunternehmen berechnet.
Die Studie läuft noch bis März 2009, erste Ergebnisse wurden im Juli 2008 im Rahmen einer internationalen Veranstaltung zum Thema „Wirtschaftsmediation und Familienunternehmen“ vorgestellt. Die Teilnahmekosten belaufen sich auf € 5.000,--.

Weitere Informationen
erhalten Sie über die Projektleiter:
Dipl. Ing. Mag. Dr. Mario Patera, Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Universität Klagenfurt (Tel. 01-522 4000 131)
Dipl. Geogr. Ulrike Gamm, Konfliktkultur-Kulturkonflikt (Tel. 01-4405121)